Sonntag, 25. Januar 2015

[Rezension] - "Wild Cards" oder: Das längste Buch 2014

Titel: Wild Cards - Das Spiel der Spiele
Autor: verschiedene
[Hrsg. George R.R. Martin]
Originaltitel: Wild Cards Inside Straight
Verlag: Penhaligon [Random House]
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenzahl: 544
ISBN-13: 978-3-7645-3127-0
Preis: 15 € [D] | 15,50 € [A]
 
Worum geht's?:
Es geht um "Helden". In den Vierzigerjahren ist ein Virus namens Wild-Card ausgebrochen und einige Menschen sind zu Jokern und Assen mutiert. Joker haben einen veränderten Körper, Asse besitzen Superkräfte. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll eine Casting Show klären und für die Kandidaten geht es nicht nur um den Titel, sondern auch um viel viel Geld...

Meine Meinung

Im September 2014 entdeckte ich den Trailer zu diesem Buch und seitdem wollte ich es unbedingt lesen. Und gelesen habe ich wirklich... sehr sehr lange...
An keinem anderen Buch habe ich 2014 so lange gelesen wie an Wild Cards. Ich hatte im vergangenen Jahr eine Art Superhelden-Phase und hatte richtig Lust auf dieses Buch.
Wild Cards ist eigentlich eine Serie von Science Fiction Romanen und Kurzgeschichten mehrerer Autoren, die hauptsächlich von George R.R. Martin herausgegeben werden. Und das bereits seit 1987 - da war ich noch nicht einmal geboren. Der Titel dieses Buches lautet "Das Spiel der Spiele" und enthält Kurzgeschichten von neun verschiedenen Autoren.

Mein Liebling: der Autor Daniel Abraham..

Mir persönlich haben die Abschnitte mit Jonathan Hive - ein Mann der sich in einen Schwarm Wespen verwandeln kann - am besten gefallen. Die anderen Teile des Buches [inklusive der Kapitel vom Hochmeister R.R. Martin persönlich] haben mir weniger gefallen.
Die Idee Joker und Asse in einer Castingshow gegeneinander antreten zu lassen, ist hervorragend. Dennoch hatte alles einen "Big Brother ist watching you"-Charakter, der mir weniger gefallen hat. Es ging oft darum, wer mit wem was hat, wer gehen muss und wer sich mit wem verbündet. Das habe ich mir anders vorgestellt. Gut fand ich, dass die Figuren [wovon es eine Menge gibt] in vier Teams eingeteilt wurden - Kreuz, Herz, Pik, Karo. Diese Einteilung hat mir auch ein wenig dabei geholfen, nicht den Überblick über die doch riesige Personenanzahl zu verlieren. Dennoch kam ich ums Nachschlagen nicht herum.

Die Schreibstile der Autoren sind verschieden, ebenso wie die gewählten Zeitformen. Dem Buch fehlte somit so etwas wie Rhythmus, denn jedes Kapitel zwingt den Leser zum umdenken. Das "Fallenlassen" in die Geschichte fehlte. Auch die bereits erwähnte hohe Anzahl der Charaktere - die alle 2 Namen besitzen, den echten und den Superheldennamen, boykottierte den Einstieg in die Welt der Asse & Joker.

Aus Kathleen Brand wird Curveball, aus Andrew Yamauchi Wild Fox.

Die ersten 200 Seiten haben mir gut gefallen, auch wenn ich Probleme mit dem Einstieg hatte. Dann wurde es leider zunehmend politisch und ich konnte einige Figurenentwicklungen nicht ganz nachvollziehen.
Sehr positiv bei "Wild Cards" war, dass die Helden nicht nur supercoole, megastarke Fähigkeiten hatten, sondern es auch Kräfte gab, die eher unnütz oder sogar eklig wirkten.

Frei nach dem Motto: Mut zur Hässlichkeit!

Meine Meinung zu Wild Cards ist gespalten. Mir fehlte der rote Faden und ich hätte es auch besser gefunden, wenn die Autoren sich auf eine Zeitform geeinigt hätten, denn die Idee ist wirklich großartig. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich Band 2 lesen werde, daher verbleibe ich erstmal mit einer vorsichtigen [mit sehr viel Luft nach oben]-Bewertung zurück.

Meine Bewertung: 2 von 5 Punkten

Mein Dank für das Rezensionsexemplar geht an den Penhaligon Verlag.

 
Coverbewertung

Das Cover des Buches gefällt mir sehr. Abgebildet ist der Charakter Lohengrin mit einer Spielkarte in der Hand. Die Schrift ist erhoben und gold. Der Herausgeber George R.R. Martin ist übermäßig groß abgedruckt, wobei ich denke, dass der Autorenname hier als Zugpferd dient. Völlig okay, ich hätte das sicher auch so gestaltet, aber auch hier muss sich jeder seine eigene Meinung bilden.
 
"Wir sind Menschen", sagte Lohengrin. "Wir sind Auserwählte zwischen den Menschen. Unser Tun sollte davon geleitet werden, was recht und ehrenhaft ist!"

"Wir sind Besoffene in Las Vegas", sagte Jonathan. "Unser Tun sollte von Laster und Alkohol geleitet sein." S. 324  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich immer sehr über Kommentare! Aber bitte unterlasse Verlinkungen zu anderen Websites, inklusive deiner eigenen.